Weitsichtige kommunale Oberhäupter

Das Thema „mehr Bürgerbeteiligung“ durch Dialog- und Mitmach-Plattformen im Internet ist längst auch bei einer wachsenden Zahl von Stadtoberhäuptern und ihrem Verwaltungsapparat angekommen.

Um das Commitment und das Engagement ihrer Bürger zu gewinnen, vertrauen die Verwaltungen auf moderne Technologien wie Social & Community Media. Mehr als drei Viertel der befragten Entscheider bewerten die Chancen, die Bürger durch interaktive elektronische Medien stärker in die Verwaltung einbeziehen zu können, als groß bis sehr groß.
Lediglich 23 Prozent halten noch das Potential für eher gering.

Laut Branchenkompass 2012 des F.A.Z.-Instituts sehen fast alle Befragten „eine stärkere Beteiligung der Bürger an anstehenden Entscheidungen, Maßnahmen und Projekten der öffentlichen Hand“ für wichtig an und befürworten ein proaktives Vorgehen ihrer Verwaltungen. Für 56 Prozent ist dies sehr wichtig, für 41 Prozent eher wichtig.

Bürger wollen mitreden
Einflussfaktoren für E-Partizipation

Forderung der Bürger nach Bürgerbeteiligung75%
Neue Technologien63%
Kostendruck57%
Gute Erfahrungen mit Social Media55%
Demografischer Wandel53%
Politikverdrossenheit52%
Engagementförderung38%

Starke Treiber für den Einsatz
von elektronischen Bürgerbeteiligungsmedien

Zudem fügten 51 Prozent hinzu, ein solches Medium sei ein wirksamer Treiber, um die steigende Politikverdrossenheit umzukehren. Und zugleich das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen.

Fast alle Verwaltungen, die Social & Community Media einsetzen oder deren Einsatz planen, wollen damit als erstes den Informationsfluss in Richtung Bürger verbessern. Eine deutliche Mehrheit der Entscheider wünscht sich darüber hinaus mehr Dialog mit den Bürgern sowie mehr Transparenz in der eigenen Verwaltungsarbeit. Auch um eine stärkere Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt und die Einbeziehung von Bürgerwissen und Fachexpertise im Zuge von Verwaltungsentscheidungen zu ermöglichen.

Das schließt die Optimierung der Stadtplanung mit ein, wie 77 Prozent angeben. Nicht ohne Grund. Denn 59 Prozent der befragten Kommunen glauben fest, so einem spürbaren Effekt hinsichtlich der gesellschaftlichen Unterstützung von Großprojekten und anderen Maßnahmen der Verwaltung, die Konfliktpotential enthalten, zu erzielen.

Nachdem nun die stark gehypte Ära von Bürgerhaushalten und Liquid-Modellen zu Ende zu gehen scheint, stehen Stadtoberhäupter und Spezialisten vor vielen offenen Fragen. Sie fragen sich z.B., wie sie die Bürgerschaft stärker für Bürgerbeteiligung begeistern und den Identifikationsgrad steigern können.

Unstrittig ist, die größte Projektdynamik wird in den kommenden Jahren bei den Web-Communities erwartet. Knapp 40 Prozent der Verwaltungen planen bis 2016 derartige Dialogsysteme einzurichten.

Dabei setzen weitsichtige Rathauschefs auf den Weg zur Bürgerkommune auf den Aufbau und die Einbindung einer Bürgercommunity.

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