Stammesbildung & Networking bei der Stadtentwicklung

jeder braucht seinen HSV

„Jeder Mensch braucht seinen HSV“

In einer vernetzten Welt geht es vor allem darum, die Aufmerksamkeit anderer zu erringen und zu halten. Beziehungen jeglicher Art werden entscheidend für unsere Existenz. Im Privaten wie im Business.

Im Zeitalter der Netze jedoch bilden sich Gemeinschaften immer weniger in geografischen Räumen, sondern mehr aufgrund von Interessen, die Menschen in virtuellen Welten interagierend miteinander teilen. Die ideale Strategie für eine Kommune wäre also, alles daran zu setzen, um seine interessierte Bürgerschaft zu einer virtuellen Community zu vereinen.

Persönliche Beziehungen herzustellen schafft eine enge Bindung zum Menschen. Selbst in die Offensive zu gehen, ist nicht immer ohne Risiko. Aber man kann so etwas managen, ohne Gefahr zu laufen, dass jemand sein Gesicht verliert. Oder irrtümlich einem falschen Bild anhängt.

Zum Wert der interagierenden Community:
„Niemand ist so intelligent wie alle.“

Deshalb müssen neue, moderierte Möglichkeits- und Begegnungsräume geschaffen und Netzwerke gebaut werden. Die Betreiber solcher Plattformen müssen zum Verknüpfer und Brückenbauer werden und auch aus dem Ruder laufende Diskussionen wieder einfangen können.
Fürs Networking muss man sich Mühe machen. Man braucht Zeit, Hintergrundwissen, Einfühlungsvermögen, das richtige Schlüsselwort, das passende Ambiente, Neutralität….

All das wurde bei den bisherigen Bestrebungen
der gesellschaftlichen Partizipation völlig ignoriert.

jeder braucht seinen HSV

Das „Urgestein“ des Fußballs gilt als „unabsteigbar“ und hat vielleicht die treuesten Fans im deutschen Fußball.

„Bei aller Individualisierung unserer Gesellschaft, die Suche nach dem Stamm ist ein Ur-Instinkt. „Jeder Mensch braucht seinen HSV“, sagen Soziologen und Psychologen. Die Erkenntnis ist so neu nicht. Seit jeher scharen sich die Menschen zu Stämmen, Horden und Communities zusammen.“, so Henry Joe Heibutzki, Kopf der Mavericks Company.

Man denke an die alten Hellenen, dem kulturellen Stammesvolk Europas. Hier vollzog sich die Geburt der abendländischen Kultur und der Demokratie.

Ob die Agora im antiken Griechenland, das Forum im römischen Reich, die Plaza im spanischen Raum, schon seit Hunderten von Jahren nutzen Menschen waren sie der zentrale Fest-, Versammlungs- und Marktplatz einer Stadt. Zugleich auch eine bedeutende gesellschaftliche Institution, Kultplatz und Veranstaltungsort, vieler für die Ausbildung einer gemeinsamen Identität entscheidenden Feste. Hier trafen sie sich auch um zu plaudern, sich auszutauschen und Ideen zu entwickeln. So kam ihnen eine herausragende Rolle für das geordnete Zusammenleben in einer Gemeinschaft zu.

Die Ureinwohner Nordamerikas nennen eine große feierliche Zusammenkunft indes „Pow Wow“ (gesprochen: „paowao“). Dabei handelt es sich um eine große Versammlung oder öffentliche Kundgebung. Im Amerikanischen ist ein paowao auch eine Bezeichnung für Besprechungen, Meetings, Ratsversammlungen …

Bei einem paowao geht es ebenso um den kommunalen Informations- und Meinungsaustausch als auch um spirituelle Rituale und Zeremonien, um Identität, Tradition und Kultur. Dabei sitzen sie in einer Lagerfeuer-Runde und tanzen nach Abschluss der Verhandlungen, begleitet durch das stoische Spiel der Trommeln und dem mantraartigen Gesang der Sängerinnen und Sänger, lautstark ums Feuer. Die Tänze drücken den Anmut, den Stolz und die Erhabenheit der indianischen Kulturen aus. Hier kommt bei jeder Zusammenkunft eine Art von Festival-Gefühl auf.

Technologie steht im Zentrum unseres Lebens.
Technologie ist das Lagerfeuer,
um das wir uns versammeln.

paowao partizipation und party

2010 Seafair Indian Days Pow Wow, Seattle, Washington. Photo by Joe Mabel

Eine solche Lagerfeuerromantik ist vielleicht kein direkt zu adaptierendes Modell. Dennoch ist das Kernprinzip „verhandeln & feiern“ oder „Partizipation & Party“ (Partyzipation) auf den Einsatz des paowao-Modells übertragbar.

Zu diesen Treffen im atmosphärischen Raum gehören klar kommunizierte elektronische Andockmöglichkeiten. Schnittstellen also, über die man darüber hinaus Neuigkeiten melden, Ideen sammeln, Fragen stellen, passende Ansprechpartner finden und mit Entscheidern öffentlich in Kontakt treten kann.
Dafür ist das paowao-Dialogsystem entwickelt worden.

Doch auch im regionalen Raum interessiert man sich für interessante Persönlichkeiten. Deshalb ist es wichtig, den Menschen eine Möglichkeit einzurichten, sich mit den unterschiedlichsten Lebensentwürfen, Biografien, Talenten, Temperamenten und Denkrichtungen zu befassen. Dafür ist ein regionales Community Building nötig.

Im Zeitalter der Netze und Netzwerke werden Online-Portale immer mehr zur sozialen Arena, in der Menschen miteinander kommunizieren, ihre Existenz neu ordnen und zu neuen Zukunftsperspektiven finden, wo neue Arten von Gemeinschaften entstehen und ähnlich denkende Menschen wegen ihrer gemeinsamen Interessen zusammenkommen.

Der Weg zu den Herzen
muss durch die eigene Seele gehen.
Denn nur der wird von anderen verstanden,
der sich selber versteht.

Der unaufhaltsame Aufstieg der neuen Klasse von „kulturellen Vermittlern“ basiert auf den immateriellen Werten, über die sie verfügen – auf ihrem Wissen, Ideenreichtum, Fantasie und ihrer Kreativität.

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