Grundvorraussetzungen für permanente Bürgerbeteiligung

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Eine Online-Bürgerplattform alleine fördert noch nicht mehr Bürgerbeteiligung oder Bürgerengagement. Das haben nun schon sehr viele Kommunen z.T. teuer erfahren müssen. Dieses Lehrgeld ist aber gut angelegt, wenn man sein Online-Beteiligungsmodell den modernen Ansprüchen anpasst, es clever mit Engagementförderung kombiniert und eine gute Offline-Strategie hinzufügt. Auch das paowao-System ist nur ein Werkzeug und ersetzt nicht die klassischen Partizipationsformate. Aber es unterstützt, ergänzt und vereinfacht den Weg zur Bürgerkommune.

Damit das Modell der „Open Community“ nicht in einem kollektiven Schwachsinn endet, müssen einige Voraussetzungen zwingend erfüllt werden:

  1. Es muss ein ausreichendes Interesse für mehr Teilhabe in der Bürgerschaft vorhanden sein. Dieses Interesse  muss auch von der kommunalen Verwaltung und der Politik getragen werden. Dazu bedarf es einen aktiven Umsetzungswillen aller Beteiligten.
  2. Die bisherigen Partizipationswerkzeuge müssen der Open-Community-Methode angepasst werden.
  3. Alle Beteiligten müssen über das System, dessen Möglichkeiten und Funktionsweise ausreichend informiert und  geschult werden.
  4. Das vorhandene Interesse aller Teilnehmer muss nun in den Aufbau und die Organisation einer aktiven Commmunity umgesetzt werden. „Dabei ist darauf zu achten, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Creatern, Ownern und Brokern erreicht wird“, so Prof. Peter Kruse (Professor  für Allgemeine und Organisationspsychologie):
    „Das bedeutet, die Community muss aus Menschen bestehen, die Fragen und Anliegen haben, die mit immer neuen Ideen kommen, die schöpferischen Zerstörer. Dazu gehören auch Querköpfe und Nörgler die immer wieder stören (Creater). Des Weiteren benötigt die Community Informationsgeber, die Wissen und Fakten beisteuern können, wie z.B. Abgeordnete, Bürgermeister, Kommunalverwaltungen, Sachverständige, … (Owner). Broker können bspw. Vereine, Verbände, Clubs und Netzwerke sein. Also Multiplikatoren die Leute kennen, die etwas wissen, die vermitteln, die über ein großes Netzwerk von Kompetenzen und Meinungen verfügen.“
  5. Eine Community baut sich nur auf, wenn permanent Aktivitäten herrschen. Die angeschlossenen Owner müssen für Feedback sorgen, Antworten und Auskunft geben und  Stellung beziehen, kurz: sie müssen mit der Community kommunizieren.
  6. Das System muss einer permanenten Qualitätskontrolle unterliegen, das sich in einem hohen Maße auf Individuen stützt. Eingebaute Sicherheitsalgorithmen sichten keine Fehlinformationen. Deshalb sind eine freie Redaktion und Moderatoren notwendig. Sie beobachten Ideen, Fragen und Mängel (Ideen- und Beschwerdemanagement) der Community, fassen zusammen und versehen Beiträge mit neuen Fakten und Impulsen.
  7. Um all das zu erreichen, „muss man die Menschen packen: emotional, intellektuell, körperlich. Dafür braucht es ein ausgeklügeltes und passgenaues Marketingkonzept. Und da Marketing das in Szene setzen einer Marke ist, muss das Projekt erst einmal zur Marke geformt werden. Dazu bedarf es  emotionaler Erlebnissen, Aktionen und Events. Wenn nichts passiert, ist der Nutzer schnell wieder verschwunden“, so Henry Joe Heibutzki.

Wenn nur eine dieser Vorgaben weg fällt, wird diese Methode unzuverlässig.

Diese drei, in Punkt 4 erwähnten, Personengruppen und Charakteren bilden im paowao-System ein kommunales Gehirn nach.

Tritt nun diese Dreifaltigkeit in wechselseitigen Dialog miteinander, wird die Spannung im System erhöht und Unterschiedlichkeit geschaffen. In diesem Zustand besteht die Möglichkeit zum Prozessmusterwechsel, also zu ungeheuren kreativen Ergebnissen und gemeinsamer Lösungsfindung.

„In der Natur entstehen neue Ordnungsmuster immer aus Widerspruch,
nie aus Harmonie“
, so Prof. Dr. Peter Kruse.

Um diesen Zustand zu erreichen, benötigt man vor Allem das Engagement von politischen Entscheidern (Owner) und Vereinen (Broker). Je intensiver ihre Kontakte zu den beiden Bereichen sind, desto einfacher und günstiger kann eine Community aufgebaut werden.

Um möglichst viele Bürger (Creater) zum Mitmachen zu bewegen, muss ihr Nutzen und Mehrwert besonders hoch sein. Neben Belohnungsmechanismen und adäquatem Feedback, muss die Community das Gefühl bekommen wichtig zu sein und ihre Ideen, Fragen und Befindlichkeiten beantwortet und in die kommunale Entscheidungsfindung mit aufgenommen werden. Diese neue Art der permanenten elektronischen Bürgerbeteiligung ist ein weitere Schritt zur Bürgerkommune und damit zur Bürgergesellschaft.

Auf diese Bedingungen hin wurde der Community-Bereich des paowao-Systems konzipiert.

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