Ein Nachbarschaftsnetzwerk für Ihre Region

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Ein eigenes Nachbarschaftsnetzwerk –
Ein bundesweit beispielloses Modell

Die Internetgemeinde wächst rasant und stetig. Immer neue Angebote, Applikationen und Dienste buhlen um die Daten, Zeit und Geld des Nutzers. Doch regt sich im Netz immer mehr Widerstand gegen den Status quo. Der Nutzer hat gelernt sich passende Angebote, Applikationen und Dienste zu Eigen zu machen, um sich mit Gleichgesinnten thematisch zusammenzuschließen.

Doch wie soll sich die Politik und Verwaltung unter diesem Druck positionieren, wie damit umgehen, wie dem entgegenwirken?

Mit Glasfaserkabeln wurde in den 1990ern begonnen, die Infrastruktur für das Internet bereitzustellen und seitdem hat sich permanent die Vernetzungsdichte erhöht. Mit stetig zunehmender Verbreitung und Datenübertragung haben sich auch die Motivationen der Menschen erheblich entwickelt und haben dabei die Machtverhältnisse verschoben.

„In den ersten 10 Jahren des Internets war das Grundbedürfnis der Zugang zu Wissen und Informationen. Mit fortschreitender programmiertechnischer Entwicklung ist dann mit dem Web 2.0 auch die Spontanaktivität der Nutzer explodiert und die Nutzer haben gemerkt, dass es auch spannend sein kann, sich selbst darzustellen, sich mit Freunden zu verknüpfen und seine Aktivitäten der ganzen Welt zu präsentieren, zu teilen, zu bewerten – kurz: um Spuren zu hinterlassen. Im Moment merken die Nutzer, dass Netzwerke immer mächtiger werden. Nun schließen sich die Menschen zu Bewegungen zusammen und üben Druck auf die Politik aus.

Aus der Systemtheorie weiß man, dass es unmöglich ist die Ergebnisse solcher Prozessmusterwechsel vorherzusagen. Um solchen mächtigen Strömungen entgegenzusteuern zu können, bedarf es eines Frühwarnsystems. In einem solchen System geht es um Empathie, um die Wahrnehmung dessen also, was aktuell resonanzfähig ist, was das System in Schwingung versetzt und welche Themen sich hochschaukeln könnten. Nur wer nah dran ist am Nutzer, kann wage Vorhersagen machen, was passieren wird und selbst harmonisierend in den Prozess eingreifen. Er wird mit der Zeit ein Gespür für die Resonanzmuster der Community, der Gesellschaft und der Mitarbeiter entwickeln“, so der O-Ton von Prof. Dr. Peter Kruse Psychologe und Spezialist für intelligente Netze.

Will man künftig nicht der Getriebene sein, muss man vor dem Bedarf operieren.
Deshalb ist es notwendig, dass Städte, Regionen oder Landkreise mit innovativen elektronischen Bürgerdiensten (Smart Citizen Services) mehr Bürgerservice bieten und ein eigenes Netzwerk für Aktive und Partizipationswillige aufbauen, quasi ein Soziales Stadtnetzwerk (urban local network) für Partizipation und Bürgerengagement. Damit verfügt man über einen direkten und georeferenzierten (geo-tagged-media-based) Draht zum Bürger, dessen Interessen und Aktivitäten. Die Notwendigkeit dieses Systems liegt auch darin begründet, dass in einer immer komplexer werdenden Welt, die immer unvorhersehbarer wird, auch die Begründungen für kommunale Entscheidungen immer problematischer werden.

Überall dort, wo durch die hohe Komplexität und immer weniger Personal rationale Entscheidungen kaum noch möglich sind und eine gute Intuition nicht mehr ausreichend ist um richtige Entscheidungen zu treffen, kann das Kollektiv mit seiner Fähigkeit des gemeinschaftlichen Reflektierens und Nachdenkens neue Muster bilden, die bei der Entscheidungsfindung helfen können.

In einer komplexen Welt,
brauchen wir komplexe Antworten.

William Ross Ashby engl. Systemwissenschaftler

Die großen Netzwerke à la Facebook und Twitter können diese Aufgabe jedoch nicht leisten, denn sie bieten keine ausreichenden Filter- und qualitativen Bewertungsmechanismen. Inhalte werden nicht moderiert und dienen deshalb meist nur als „Blitzableiter“ und Äußerungen gesellschaftlicher Unzufriedenheit. Deshalb bedarf es intelligenter Teilnetze die überschaubare exklusive, strukturierte und moderierte Inhalte und eine adäquate Aus- und Verwertung bieten. So wie das paowao-System.

Intelligenz & Intuition

Damit ein System wirklich intelligent sein kann, benötigt es Mechanismen für Ordnung, Sortierung und Bewertung. Deshalb definiert im paowao-System ein Relevanzindex was von den eingestellten Inhalten bedeutungsvoll und wert ist weiter betrachtet zu werden. Diese Methode errechnet über einen statistischen Algorithmus mit Hilfe von Zugriffszahlen, Bewertungsdurchschnitt und Anzahl der Bewerter, Meinungsäußerungen auch unterschiedlicher Benutzergruppen und Weiterempfehlungen einen Wert. Dieser ergibt in Relation zu anderen Werten einen relevanten prozentualen Index, der Aufschluss darüber gibt, wie relevant dieser Beitrag aktuell zu anderen Beiträgen ist. Im Laufe der Zeit nimmt der Relevanzindex automatisch ab (Halbwertzeit) oder aber der Beitrag bleibt durch starke Frequentierung, Bewertungen oder Meinungsäußerungen weiterhin aktuell.

Es bedarf einer qualitativen Bewertung der Beiträge,
sonst erzeugt das System nur Masse
und erstickt an sich selbst.

Prof. Dr. Peter Kruse

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Ideen-Management für Städte. Bürgerideen, Bürgerwissen, Bürgermeinungen, Wünsche und Befindlichkeiten im Umfeld auf einen Blick.

Durch diese Qualifizierung des Relevanzindex wird auch der aktuelle Aufmerksamkeitsgrad bestimmt.  Somit hat jeder Beitrag zu jeder Zeit die Möglichkeit wieder aktuell und wichtig zu werden. Die Nutzer selbst haben es in der Hand.

Durch dieses Verfahren wird auch der Aufbau des Nachbarschaftsnetzwerkes als Soziale Pinnwand bestimmt. Eine Pinnwand ist niemals hierarchisch aufgebaut, sondern nach Wichtigkeit und Aktualität. Deshalb stehen auf der Sozialen Pinnwand diejenigen Nutzerbeiträge ganz oben, die aktuell relevant sind, nach Bewertung geordnet. Danach folgen die weiteren Beiträge nach Datum geordnet.

Ein innovativer Impuls
darf nicht in der Masse untergehen,
sondern muss eine Chance haben,
wahrgenommen zu werden.

Damit die Nutzer aktiv bleiben, müssen sie immer auf dem Neuesten Stand gehalten werden. Deshalb werden die Nutzer mittels eines speziellen Matching-Verfahrens (engl. dazu passend oder: der Vorgang des Passend-Machens) über für sie wichtige, relevante und aktuelle Geschehnisse automatisch über das so genannte Nofitication-System informiert.  Dies ist möglich, weil die Profilangaben des Nutzers mit dem Beitragstext neuer Inhalte systematisch verglichen werden. Bei einer Übereinstimmung der Auswertung, erhält der jeweilige Nutzer über dieses Mitteilungssystem eine Nachricht. Das gleiche passiert, wenn ein Beitrag bewertet oder eine Meinung eingetragen wurde.

paowao - lokale Bürgerbeteiligung - stadtteil - nachbarschaft

lokaler Online-Dialog in der Nachbarschaft, im Stadtteil möglich – Nachbarn gestalten so ihre Umgebung mit, geben Impulse, Meinungen, …

Das Mitteilungssystem wird auch aktiv, wenn jemand einen Beitrag abonniert, ein Benutzerprofil abonniert oder dessen Projekt einen neuen Mitstreiter oder Unterstützer bekommen hat. Auch wenn sich Abgeordnete aus der Stadt oder Stadtteil des Nutzers angemeldet haben, werden die entsprechenden Nutzer darüber informiert. Desweiteren werden Statusänderungen von Ideen und Mängeln an die betreffenden Nutzer weiter gegeben. So bleiben die Teilnehmer des Nachbarschaftsnetzwerkes (Location Based Social Network – LBSN) ständig auf dem Laufenden.

Darüber hinaus erhalten alle Mitglieder jeden Monat eine Zusammenfassung per E-Mail zugesandt, in der sie über neue Projekte, Ideen und Fragen sowie die am häufigsten diskutierten und am meisten unterstützten Beiträge informiert werden.

Wenn man die Nutzer dazu aufruft Ideen und Beiträge zu erstellen, erzeugt das eine Erwartungshaltungen. Diese gilt es strukturiert aufzugreifen. Das ist das Problem mit den bestehenden Bürgerplattformen. Die Menschen werden eingeladen Anregungen abzugeben, aber hinterher wird mit ihren Ideen nichts gemacht.

„Deshalb bedarf es diskursiver Prozesse, die in der Lage sind qualitativ zu bewerten. Die die Menge des Möglichen auf die Menge des Wahrscheinlichen reduzieren. An diesem Punkt beißt sich die Wissenschaft gerade die Zähne aus“, so Prof. Dr. Kruse. Und auch das paowao-Modell kann dafür nur auf bereits bekannte statistische Mittel und Methoden zurückgreifen. Allerdings stehen für die Sichtung relevanter Beiträge auch noch die Moderatoren der Verwaltungen zur Verfügung.

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