Bedeutung für Stadtentwicklung und Politik

The Developing City - Arup and John Robertson Architects Future Vision

Die Städte der Zukunft

„Die Technologie hat enorme Fortschritte erzielt, doch unsere Formen der repräsentativen Demokratie, unsere Organisationen und unsere Verwaltung sind seit Jahrhunderten kaum verändert. Deshalb ist das bürgerschaftliche Engagement verkümmert. Die Städte der Zukunft werden auf neuen Wegen mit den Bewohnern kommunizieren müssen, um den Bürgergeist neu anzufachen.“ Charles Landry

Genau darum geht es beim neuen und innovativen Format paowao: um einen verbesserten Dialog zwischen Politiker, Experten und Bürgern, mit dem Ziel, Horizonte zu erweitern, den Bürgergeist neu anzufachen und die Leistungskraft der Stadt und der Region nachhaltig zu stärken.

Und es gibt bisher weit und breit kein Medium, das die Bürger besser fesseln könnte, ihr Engagement stärker binden könnte und ihre Kreativität mehr ausschöpfen könnte als dieses innovative Netzwerk.

Charles Landry (Jhg. 1948), britischer Städteforscher, beschäftigte sich bereits in den siebziger Jahren mit dem Einfluss von Kultur und Kreativität auf die künftige Entwicklung der Städte. Im weltweiten Transformationsprozess der klassischen Wirtschafts- und Standortfaktoren, welcher mit dem Aufweichen der etablierten sozialen Systeme einhergeht, misst er dem kreativen Potential von Städten eine besondere Bedeutung für deren Überlebensfähigkeit bei.

Wiederbelebung lokaler Kulturen
Es müssen kommerzielle Netzwerke mit kulturellen Netzwerken,
virtuelle Erfahrungen mit Erfahrungen im realen Leben,
kommerzielle Vergnügungen mit kulturellen Ritualen
ausbalanciert werden.

Zur zentralen Ressource der Wissensgesellschaft wird die Fähigkeit der Menschen unkonventionelle Lösungen für zentrale Aufgaben zu finden. Städte und Regionen, die auch in Zukunft erfolgreich und lebenswert sein wollen, müssen in der Lage sein, kreatives Potenzial auszubilden, anzuziehen und zu halten.

Landry berät weltweit Städte bei der Entwicklung ihres kreativen Potenzials und hat bis heute ca. 450 Projekte in 35 Ländern realisiert. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei in der Revitalisierung von Stadtgebieten durch Kultur. Landry ist als Berater der Weltbank tätig und Autor zahlreicher Publikationen.

Im Zeitalter der Digitalisierung
lässt sich Stadtentwicklung anders planen und managen.

Zugegeben, dafür muss man neu denken können.

Unter den Bürgern einer Stadt befinden sich weit mehr geniale Kompetenzen, als sich eine Verwaltung leisten kann: mehr Architekten, Ingenieure, Kreative und Kulturschaffende ….

Die immer komplexer werdenden Aufgaben von Politik und Verwaltung und die im Gefolge dessen auftauchenden Probleme in den Regionen sind schon heute mit herkömmlichen Methoden kaum mehr zu lösen. Fantasie und Kreativität sind Grundvoraussetzungen, um intelligente Antworten auf die vielschichtigen Fragen der Zukunft zu finden und neue, innovative Möglichkeiten für ein vitales kulturelles, ökonomisches und soziales Miteinander zu schaffen. Dafür muss man die Potenziale einer möglichst breiten Bevölkerungsschicht mit einbinden.

Und die jungen Menschen gewinnen,
denn es geht um die Stadt ihrer Zukunft.

Die Gewinnung der jungen Leute, die sehr wohl politisch interessiert sind, jedoch über ihr Medium angesprochen werden wollen und sich sodann aktiv an demokratischen Prozessen beteiligen, sind für eine Stadt und Region überlebensnotwendig. Ihnen nur eine Mohrrübe hinzuhalten, funktioniert nicht. Dazu gibt es eindeutige Studien:

So warnt der Jugendforscher Klaus Hurrelmann davor, geringe Wahlbeteiligung mit politischem Desinteresse gleichzusetzen. „Die jüngere Generation ist nicht unpolitisch.“ Soziales Engagement in der Schule oder in Umweltprojekten sei nach wie vor verbreitet.

Wer sie gewinnen will, muss sie über das Medium ansprechen, mit dem sie sozialisiert sind: das Internet. Und dies darf keine Einbahnstraße sein. Die jungen computeraffinen Menschen wollen mitdiskutieren, mitentscheiden, ernst genommen werden. Bei dem Fuldaer Jugenddialog ist eine Beteiligungsquote von 15 Prozent erreicht worden. Auch dank der paowao-Systems.

So wählte von den unter 25-Jährigen bei der vorletzten Bundestagswahl jeder fünfte Mann keine der fünf im Parlament vertretenen Parteien. In dieser Altersgruppe hat die Piratenpartei – die knapp zwei Prozent erreichte – locker die Fünfprozenthürde genommen.

„Die Piraten waren damit bei der Bundestagswahl 2009 die stärkste der kleinen Parteien“, sagt Wahlforscher Hofrichter. „Der völlig andere Auftritt dieser Partei hat bereits damals viele angesprochen.“ Entsprechend groß dürfte die Enttäuschung über die schlechte Performance der Partei sein, die sich danach in Organisations- und Programmfragen verhedderte.

(Bild: The Developing City – Arup and John Robertson Architects Future Vision)

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